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Warum wir Werbung lieben

Werbung genießt heutzutage einen schlechten Ruf, dabei muss das gar nicht sein. Werbung kann, wenn sie sich selbst nicht aufgibt eine Form der Kunst annehmen und einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Leider ist Werbung mit der Zeit immer langweiliger und eintöniger geworden. Immer wieder die gleichen Konzepte und Umsetzungen haben dazu geführt das wir Werbung als störend empfinden und Statistiken belegen, dass wir 89 % der Werbung schon gar nicht mehr wahrnehmen. Von den 11 % die wahrgenommen werden bleiben nur noch 4 % positiv bei uns im Gedächtnis. Die restlichen 7 % bleiben negativ in Erinnerung. Kein Wunder also das die Werbung keinen guten Ruf genießt.

Die gesellschaftliche Grundhaltung zur Werbung ist eher negativ. Werbung ist Manipulativ, langweilig und störend sagt man. Wir sagen dazu: leider Ja. Werbung hat ein großes Problem und für uns ist das ein Grund aufzuzeigen das die Werbung mehr sein kann, als das. Dass wir Werbung lieben, weil sie einen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann. Uns zum lachen bringen und begeistern kann. Gute Werbung eben. So wie sie einst Gedacht war und sein sollte.

 

Die „Dream Crazy“ Kampagne mit Colin Kaepernick war sehr kontrovers und sorgte in den USA für viel Aufregung.Bei einem Trainingsspiel mit 240 Militärkräften, die eine große US-Flagge präsentierten und die US-amerikanische Nationalhymne vortrugen fing alles an. Colin Kaepernick hat sich während der Hymne nicht erhoben, sondern symbolisch hingekniet. Mit seiner Weigerung wollte er gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den Vereinigten Staaten protestieren. Der Protest dauerte weitere Spiele an, bis Kaepernick aus der NFL ausgeschlossen wurde. Bis heute hat er keinen neuen Job mehr in der NFL bekommen. Er hat für seinen Protest seine Karriere geopfert. Es entstand eine Werbekampagne die Colin Kaepernick bis heute eine Bühne schenkt und sich für Diversität und Minderheiten ausspricht.

 

 

Einen weiteren mutigen Schritt ist Gilette gegangen. Mit Ihrer Kampagne „We Believe: The best Man Can Be“ hinterfragen sie Ihre eigenen Jahrzehnte langen Kampagnen „The Best A Man Can Get“. Diese Kampagnen waren geprägt von einem konservativen Männer und Frauenbild. Der frisch rasierte Mann dem alle Frauen zu Füßen liegen. Gilette ging den Schritt das eigene Selbstbild zu hinterfragen und sprechen sich gegen „Toxic Masculinity“ aus. Männer bekommen auf einmal Verantwortung für ihr Handeln. Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt. Frauen hinterher zu pfeifen ist nicht cool. Raufereien sind nicht mehr männlch, sondern das sich dagegen einsetzen ist es. Eine starke Kampagne die aktuelle Gesellschaftliche Debatten aufgreift und die #MeToo Kampagne unterstützt.

 

 

Diese Beispiele kann man ewig fortführen und das ist der Grund warum wir Werbung lieben. Werbung kann viel mehr als nur Verkaufen. Werbung kann hinterfragen, debattieren, uns berühren und sich gesellschaftlich positionieren.
Werbung kann zur Kunst werden und eine ganze Generation prägen. Das ist der Grund warum wir Werbung lieben.